Endlich – der lange und heiße Sommer liegt endgültig hinter uns. Die Tage werden wieder kürzer, die rot- und gold-gefärbten Blätter fallen von den zunehmend kahleren Bäumen langsam zu Boden und am Morgen wabert mystisch anmutender Nebel über die Felder und durch die Straßen… Wer bei diesem romantischen Bild jetzt direkt verzückt aufseufzt, dürfte wohl eine dunkel-melancholische Seele sein Eigen nennen!

Die dunkle Jahreszeit intensiv genießen

Der anmutige Altweibersommer und zunehmend düstere Herbst in den Monaten Oktober und November ist einfach die ideale Jahreszeit für sensible Menschen, die gerne warm eingepackt ausgiebige Herbstspaziergänge genießen, daheim auf dem Sofa bei einer Tasse Tee mit Freunden relaxen und sich, denn es gehört zum Leben nun einmal dazu, mit den in der kalten Jahreszeit besonders präsenten Themen Vergänglichkeit und Tod in intensiven Gesprächen auseinandersetzen.

Außergewöhnliche Feste rund um Tod und Vergänglichkeit

In der dunklen Zeit des Jahres stehen natürlich auch einige auf den ersten Blick ungewöhnliche Feste mit Ursprung jenseits des christlichen Glaubens an, die sich, wenn man sie einmal abseits von der kommerziellen Ausschlachtung genauer betrachtet, mit genau diesen Dingen intensiv auseinandersetzen. Die schwarze Szene sollte naturgemäß ja über ein wenig Einblick in die Hintergründe von Festivitäten rund um Allerheiligen verfügen. Doch nicht nur Leute mit Hang zum Gothic, auch andere Szenerien sowie immer mehr „normale“ Menschen, begeistern sich für die alten und traditionellen Feiertage im Herbst und möchten mehr über deren wahre Entstehung und Bedeutung der nun einmal ursprünglich nicht christlichen Feiertage erfahren.

Süßes oder Saures? Halloween ist viel mehr!

Blicken wir als erstes einmal auf Halloween. Seit den 1990er Jahren wird das ursprünglich keltische Fest ja auch in Europa, respektive Deutschland, immer größer und pompöser, nach US-amerikanischem Vorbild, gefeiert. Die Kinder ziehen als Spukgestalten verkleidet um die Häuser und fordern an den Haustüren neckisch „Süßes oder Saures“, die Großen gehen in schrägen Verkleidungen auf Partys, das fröhliche Fest ist von seiner Ausstrahlung irgendwo zwischen Martinsumzug und Karneval zu verorten. Dabei steckt hinter Halloween, der heutige Begriff hat sich aus All Hallows’ Eve, dem Abend vor dem christlichen Allerheiligen am 01. November entwickelt, jede Menge mehr!

Ursprünglich handelte es sich nämlich um ein altes heidnisches Fest, das erst im 8. Jahrhundert nach Christus – über verschiedene Umwege – mit einem christlichen „Mantel“ versehen wurde. Samhain, so der keltische Name, war das zweitgrößte Fest im Jahreskreis und stand für den keltischen Jahresbeginn. An Samhain, so glaubte man, ist der Schleier zwischen unserer und der „Unterwelt“ besonders dünn und machte die Begegnung von Lebenden mit den Toten möglich. Düstere Verkleidungen und Symbole wie der Totenkopf sind daher in dieser Nacht sehr beliebt und sollten dem Schutz vor den Geistern dienen.

Tag der Toten – ein fröhliches Fest mit Skull & Co.

Ein weiteres spannendes Düsterfest, für das sich auch in unseren Breitengraden immer mehr Menschen begeistern, ist der mexikanische Dia de Muertos. An diesem wichtigen Feiertag, gefeiert wird zwischen dem 31. Oktober und 02. November, gedenken die Mexikaner mittels eines großen und fröhlichen Fests ihren hoch geschätzten Verstorbenen. Denn der Tod gehört für diese Menschen zum Leben dazu und wird nur als Schwelle zu einer neuen Daseinsform betrachtet. Laut alt-mexikanischem Glauben ist es den Toten am Dia de Muertos erlaubt, gemeinsam mit den Lebenden bei Musik, Tanz und leckerem Essen zu feiern. Mit gruseligen Symbolen, wie Totenkopf und Skelett, werden die Straßen geschmückt, in den Wohnungen werden Altäre für die verstorbenen Verwandten aufgebaut und der Skull wird auch in Form von süßen Leckereien in den Bäckereien angeboten.

Bis der Tod uns scheidet!

Die Vorstellung der beiden düsteren Jahresfeste haben Dein Interesse geweckt und Du möchtest Dich intensiver mit ihnen beschäftigen? Sicherlich gibt es auch in Deiner Region hochwertige Veranstaltungen, nicht nur für Fans von Gothic und Düsterromantik, mit deren Besuch Du diese altehrwürdigen Feiertage gebührend begehen kannst. Im Internet sowie in zahlreichen Büchern findest Du selbstverständlich auch jede Menge Hintergrund-Informationen, mit denen Du Dich in gemütlichen herbstlichen Stunden daheim auf der Couch beschäftigen kannst. Der Tod ist naturgemäß Teil unseres Daseins, ja unseres natürlichen Kreislaufs. Immer mehr Menschen auch über die schwarze Szene hinaus setzen sich mit dem Thema Tod und der eigenen Vergänglichkeit offen und ehrlich auseinander und wir freuen uns, wenn dabei auch in altes Wissen und Bräuche eingetaucht wird. Erfolgreiche Kinofilme wie Corpse Bride, Nightmare Before Christmas und Dia De Los Muertos waren übrigens dabei sicherlich auch ein wenig hilfreich!