Die kürzeste Nacht des Jahres

Wie ihr sicherlich wisst, markiert die Sommersonnenwende in der Nacht zum 21. Juni jedes Jahr den Beginn des Sommers. Es ist die kürzeste Nacht des Jahres und die Sonne erreicht ihren höchsten Stand. Das hat die Menschheit bereits vor tausenden von Jahren erkannt, wovon zum Beispiel Stonehenge, der Turm von Jericho, oder die Himmelsscheibe von Nebra zeugen. Um die Gezeitenwende ranken sich unzählige Mythen und Bräuche. Insbesondere in den Religionen der nordischen und slawischen Kulturen ist die kürzeste Nacht des Jahres fest verankert. Denn eines ist klar: diese Nacht ist mit Magie verbunden und deutlich mehr, als zusammen mit der freiwilligen Feuerwehr einen Stapel Holz anzuzünden, während man versucht den herangekarrten Biervorrat so schnell wie möglich zu vernichten. Ihr habt sicher auch schon mal die Sonnenwende gefeiert und wisst ganz genau, was ich meine. Feiern konnte man ja auch in alten Zeiten schon immer sehr gut und so ist es nicht verwunderlich, dass es zur Sonnenwende allerorten unzählige Feste gibt, mit denen die Mythologie dieser Nacht lebendig gehalten wird. Ich möchte Euch ein paar Bräuche aus unterschiedlichen Kulturkreisen vorstellen:

Feiern wie Kelten, Germanen oder Slawen

Die KELTEN nannten das Fest Alban Hevin. Und feiern konnten die Kelten. Zwölf Tage lange wurde intensiv getanzt, getrunken und dem Sonnengott gehuldigt. Gedankt wurde der Erdgöttin für ihre fruchtbaren Gaben, die die Natur zu dieser Jahreszeit hervorbrachte. Es war warm und die Früchte an den Bäumen und auf den Feldern gediehen. Somit konnte sorglos gefeiert werden. Zu diesem Freudenfest gab es entsprechende Freudenfeuer. Getrunken wurde ein von den Frauen gebrautes Starkbier und zusätzlich sorgten entsprechende Kräuter mit aphrodisierender und berauschender Wirkung für ausgelassenes Treiben. Das schaffte viel Platz für Erotik, die bei diesem Fest ebenfalls eine wichtige Rolle spielte.

Die GERMANEN weihten ihr Mitsommerfest hauptsächlich der Muttergottheit Frigg, einer Seherin. Sie hatte das Wissen über das Schicksal aller Menschen. Die Sonnenfeuer waren heilige Feuer und sollten Segen bringen für das Land, die heranreifenden Früchte, das Vieh und die Menschen. Brauch war es, über das heruntergebrannte Feuer zu springen. Ein Ritual der Reinigung und Läuterung, welches auch heutzutage noch mancherorts zelebriert wird.

Den meisten heidnischen Festen wurde im Laufe der Christianisierung versucht, einen christlichen Hintergrund überzustülpen. So wurde aufgrund der Nähe zum Johannestag (24. Juni) vielerorts aus dem Mitsommerfeuer das Johannesfeuer. Auch bei den SLAWEN war das ähnlich. Ursprünglich ging es auch in dieser Kultur um das Sterben des Sommers, denn die Tage wurden ab diesem Zeitpunkt wieder kürzer. Zur Sommersonnenwende hat die Natur ihren Höhepunkt an Energie, von dem sich die Menschen einen Teil auf sich übertragen konnten. Zum Beispiel durch zu diesem Zeitpunkt gesammelte Kräuter. In der slawisch/russischen Kultur glaubte man, die größtmögliche Energie aus der Natur zu ziehen, wenn man zur Sonnenwende in einem Fluss oder See badete.

Festivals und Events mit alten Bräuchen und Riten für moderne Mond-Anbeter(innen)

Heutzutage spielen die Dankbarkeit für die Früchte der Natur und die Huldigung der Götter bei den Sonnenwendfeiern in unseren Breitengraden keine (große) Rolle mehr. Trotzdem gibt es auch hierzulande die Möglichkeit in Bräuche, Riten und Lebensart der altehrwürdigen Zeit einzutauchen. Bei einer ganzen Reihe an Mittelalterfesten – und Festivals oder anderweitig mystisch angehauchten Events könnt ihr euren Hang zu alten Riten und Bräuchen abseits des Alltags ausleben und mit gleichgesinnten teilen. Häufig finden diese Veranstaltungen in der Natur statt und bieten so die ideale Umgebung, um eurer Fantasie freien Lauf zu lassen. Ob das nun historisch korrekt oder euren persönlichen okkulten Fantasien folgend ist spielt dabei ja keine Rolle.

Damit ihr so richtig in die besondere Stimmung der kürzesten Nacht des Jahres eintauchen könnt, bieten wir euch bei Boudoir Noir eine ganze Menge fantasievoller Outfits für Düster-Elfen, Mondanbeterinnen und Krieger der Nacht.    

Foto: © shutterstock – Lia Koltyrina